Eric Keller, PhD.
Ordentlicher Professor (im Ruhestand)
Auszeichnung: Professeur honoraire, Université de Lausanne
Eric Keller wurde in Basel in der Schweiz geboren und absolvierte seine Ausbildung in der Schweiz, den USA, den Niederlanden, Kanada und Deutschland. 1975 promovierte er an der Universität Toronto in Linguistik mit den Schwerpunkten Psycholinguistik und Neurolinguistik.
Er vertiefte sein Interesse in den Neurowissenschaften mit einem Postdoktorat in Motorphysiologie an der Universität Ulm (1976–1978) und einem zweiten Studium der klinischen Psychologie an den Universitäten McGill und Concordia in Montreal (1979–1983), das er mit „all but dissertation” (ABD) abschloss. Von 1978 bis 1990 lehrte er Psycholinguistik, Phonetik und Informatik an der Universität von Quebec in Montreal. Im Jahr 1991 gründete er die Abteilung für Informatik und mathematische Methoden an der Faculté des Lettres der Universität Lausanne (heute integriert in die Section des sciences du langage et de l'information Link).
An beiden Universitäten erlangte er den Status eines „ordentlichen Professors”. An der Universität Lausanne wurde ihm ausserdem für seine Leistungen in den Bereichen Psycholinguistik, Neurolinguistik und künstliche Intelligenz die Auszeichnung „Professeur honoraire” (https://www.unil.ch/sli/fr/home/menuinst/nouvelle-page-collaborateurs.html, letzter Abschnitt) verliehen. Im Jahr 2008 wurde Eric Keller diese prestigeträchtige Auszeichnung für seine vielfältigen Verdienste in 17 Jahren an der Universität Lausanne verliehen.
In der Forschung galt sein Interesse den Gehirnwissenschaften und der künstlichen Intelligenz. Zunächst beschäftigte er sich mit der psycho- und neurolinguistischen Modellierung prosodischer und akustischer Strukturen der Sprache bei normalen und hirngeschädigten Sprechern (Aphasie und Dysarthrie). Dieser Teil seiner Karriere war geprägt von der Mitentwicklung eines Ultraschallmessgeräts für die Zungenbewegung beim Sprechen und von seinen Untersuchungen zu den Details der lingualen Sprachmotorik bei normalen und pathologischen Sprechern.
Anschliessend wurde er in der Sprachwissenschaft als Autor eines Sprachanalyseprogramms namens „Signalyze” bekannt. Dieses benutzerfreundliche Programm ermöglichte es Forschern, die Details der akustischen und artikulatorischen Struktur der Sprache durch einfache, persönliche Erkundungen zu entdecken.
In den 1990er Jahren und bis ins erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts leitete und führte er Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz durch, insbesondere in den Bereichen Sprachanalyse und Sprachsynthese. Er ist Autor, Mitautor, Herausgeber oder Mitherausgeber von weit über 100 Publikationen in diesem Bereich.
Zwischen 1997 und 2001 leitete er ein europäisches COST-Projekt, an dem 17 Länder und etwa 30 Labors im Bereich der Verbesserung der Sprachsynthese (COST 258) beteiligt waren. Er ist Träger des Kay Elemetrics Award, der ihm auf Empfehlung der International Society for Phonetic Sciences (ISPhS) für seine Arbeit in den Phonetikwissenschaften verliehen wurde.
Derzeit widmet er den grössten Teil seiner Zeit der Komposition klassischer Musik. Eric Keller ist heute vor allem für Neoclassix.info bekannt, zu finden unter https://neoclassix.info/index.php/en/. Diese Arbeit umfasst die Arbeit mit „virtuellen Instrumenten”, die hier erläutert werden. Dieser kostenlose Dienst bietet neuartige Musikkompositionen im klassischen Stil und weniger bekannte, aber verdienstvolle Kompositionen. Diese weniger bekannten Elemente des klassischen Repertoires werden derzeit durch die vorherrschende Finanzlage bedroht.
